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Magdalena Putzer
BARF-Ernährungsberatung

Blog

Veröffentlich am 08.09.2016

Muss mein Tier Innereien fressen?

 

Will ich mein Tier roh ernähren ist es wichtig zu wissen, und darauf zu achten, woher Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe bezogen werden. Als BARFer orientieren wir uns am Beutetier, und dieses besteht aus gut 20% Innereien. Ganz auf diesen Bestandteil zu verzichten wäre also logischerweise falsch. Mit Innereien kann man, grob gesagt, den gesamten Vitaminbedarf des Hundes/ der Katze decken. Aber auch hier gibt es wie bei fast Allem ein „zu viel“ – viele Tiere quittieren hohe Gaben von Innereien mit Durchfall. Die Aufteilung der gesamten Wochenration auf mehrere Tage ist also neben der optimalen Versorgung mit Nährstoffen auch deshalb ratsam.

Leber – ist der unangefochtene Meister bezüglich Vitamin A Versorgung. Aber auch Phosphor (in großen Mengen), Kupfer, Mangan, Folsäure und weitere Vitamine stecken in der glibberigen Wunderwaffe. Die Innereien Ration sollte aus 30-40% Leber bestehen.

Niere – enthält viel Magnesium, Natrium, Folsäure, Selen und Biotin.

Milz – gibt dem Tier viel wertvolles Eisen, ebenso Jod und Kalium. Milz ist vor allem dann wichtig wenn kein Blut verfüttert wird.

Lunge – enthält viel Taurin, ansonsten ist sie im Vergleich zu anderen Innereien eher nährstoffarm, eignet sich aber hervorragend zur Mengenerhöhung der Ration bei Tieren die abnehmen sollten aber mit kleineren Portionen stets hungrig sind.

Herz – gerade bei Herz stellt sich oft die Frage ob es nicht doch zum Muskelfleisch gehört. Ja – Das Herz ist ein Muskel, es liefert aber deutlich mehr Eisen, Natrium, Jod und Selen als Muskelfleisch. Es enthält aber viel Purin, weswegen es nicht in allzu großen Mengen verfüttert werden sollte auch wenn es von allen Innereien am liebsten angenommen wird.

Viele Tierbesitzer wenden sich an mich weil sie aus unterschiedlichen Gründen keine Innereien füttern wollen oder können. Sehr vielen Menschen ekelt es vor Innereien, sie sind glibberig und riechen nicht ganz so neutral wie Muskelfleisch (aber wir hartgesottene BARFer sind ja Pansen erprobt, da kann uns ein Stück Leber doch nichts antun oder…). Da hilft nur Nase zu und durch, am besten bereitet man gleich für einige Wochen vor oder bittet den BARF Laden des Vertrauens die Ration zu portionieren.  Wieder andere Tierbesitzer sind skeptisch Leber und Niere zu füttern weil sie befürchten diese Organe, die ja Ausscheidungsorgane bzw. Entgiftungsorgane sind, würden Schadstoffe speichern. Da diese Organe eben die Aufgabe haben diese Stoffe aus dem Körper hinaus zu transportieren sind diese dort nicht angereichert – damit würden sie ihre Aufgabe ja verfehlen. Das Verfüttern von Fleisch aus artgerechter Haltung ist aber in Bezug auf eingelagerte Schadstoffe (die sich dann nicht nur in den Innereien befinden) zu empfehlen.

Und wenn ich dann die Besitzer überzeugt habe, gibt es noch immer die Aufgabe die mäkeligen Tiere zu überzeugen. Oft wird ein Stück Leber ins Maul genommen, hin und her geschoben und dem Tierbesitzer voller Ablehnung vor die Füße gespuckt. Bevor man jetzt aufgibt und anfängt zu supplementieren, ist es ratsam mit einigen Tricks den Vierbeiner davon zu überzeugen dass auch Innereien auf seinen Speiseplan gehören. Oft hilft es die Innereien kurz zu kochen (nicht ganz durchkochen, bzw. immer weiter reduzieren bis es (fast) roh ist), kurz anbraten, fein püriert unters Fleisch mischen, eine andere Tierart probieren (z.B. ist Kalbsleber oft beliebter als Hühnerleber).

Wenn aus irgendwelchen der genannten Gründe und trotz aller Bemühungen die Fütterung von Innereien nicht möglich ist kommt man nicht umher diese zu ersetzen. Einfach darauf zu verzichten ist keine Lösung und wird zur Minderversorgung führen. Sollten Sie ein krankes Tier haben kann es jedoch sinnvoll sein gewisse Innereien in geringeren Mengen zu verfüttern, hier berate ich Sie gemeinsam mit einem Tierarzt gerne.

 

Mögliche Substitute für Innereien:

Vitamin A: Lebertran, Ei

Vitamin D: Seefisch, Eigelb

Phosphor: Fleisch, Milchprodukte

Kupfer: Fleisch, Knochen

Mangan: Fischöl, Getreide

Folsäure: Bierhefe, Spinat

Magnesium: Knochen, Gemüse

Natrium: Seefisch, Meeresalgen

Biotin: Bierhelfe, Eigelb, Walnüsse

Selen: Paranüsse, Kokosnussraspeln

Eisen: Eier, Fleisch, Gemüse

Jod:  Meeresalge, Fisch, Geflügel

 

Unser Ziel ist also klar definiert: Wir möchten den natürlichen Weg wählen und Sie und Ihr Tier von Innereien überzeugen!

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Magdalena Putzer
Sie erreichen mich telefonisch unter +43 (0)650/52 72 575
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